Planungsteam ausgezeichnet für Arbeit an 37° Nordost

Das Projekt 37° Nordost hat erneut eine Auszeichnung erhalten. Die Planergruppe hat ihre Arbeit am Projekt als Teil der Masterplanung beim nrw.landschaftsarchitektur.preis 2026 eingereicht und hat eine Anerkennung erhalten. Ein verdienter Erfolg für das Planungsteam für die harte Arbeit.

Die Planergruppe hatte sich zusammen mit den Stadtplaner:innen von ASTOC Architects and Planners im städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerb durchgesetzt. Das Team hat in zurückliegenden zwei Jahren die Idee aus dem Wettbewerb zu einem Masterplan ausgearbeitet und dabei u.a. einen Schwerpunkt auf die landschaftsplanerischen Elemente gelegt. Herauszuheben sind dabei die Grünzüge über die Entwicklungsfläche der heutigen Großen Steinhalde und des Festplatzes sowie entlang von Stadion und dem Freibad. Diese attraktiven und vielfältig nutzbaren Grünräume werden über ein breites Angebot an neuen Fuß- und Radwegen verbunden.

Im zentralen Bereich von 37° Nordost zwischen Steinstraße und Horster Straße trennt der Grünzug die sehr unterschiedlichen Nutzungen Gewerbe und Wohnen, die beide ihren Platz auf der vielleicht wichtigsten Entwicklungsfläche der Stadt finden. Gleichzeitig leistet der Grünraum seinen Beitrag zum Zusammenwachsen. Er bietet die Möglichkeit über attraktive Wegebeziehungen und entlang von spannenden Räumen von der Stadtmitte nach Butendorf zu gelangen. Zudem ist er ein wichtiger Trittstein bei der Vernetzung bestehender Grünflächen: Vom Wittringer Wald gelangt man dann entlang des Wittringer Mühlenbachs und der Kleinen Steinhalde über den Grünzug in die Innenstadt oder zum Stadtteilpark Butendorf.

Ausschnitt aus dem Masterplan 37° Nordost - Grünzug zwischen Gewerbe- und Wohnquartier © ASTOC und Planergruppe
Auszug aus dem Masterplan 37° Nordost - Grünzug am Stadionbogen © ASTOC und Planergruppe

Im Süden von 37° Nordost wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Der zukünftige Tunnel der A52 ist hier besonders breit, da unter der Erde zu den Fahrbahnen auch noch Flächen für Aus- und Einfahrt hinzukommen. Entsprechend kann die neue Bebauung auf den südlichen Potenzialflächen erst etwas weiter östlich beginnen. Darüber hinaus wird es notwendig sein, dass ein Technikgebäude der Autobahn GmbH direkt am Tunnel stehen muss. Daraus ergab sich im Planungsprozess aber die Chance, einen besonders breiten grünen Korridor zu schaffen, der sich vom Kreisverkehr an der Phönixstraße entlang des Stadions bis zum Eingangsbereich des Freibades erstreckt. Hier besteht die Möglichkeit viele unterschiedliche Freiräume zu gestalten, für den Aufenthalt aber auch als Ergänzung der vorhandenen Sportflächen. Wittringer Wald und der Stadtteil Butendorf wachsen damit auf besondere Weise zusammen.

Die Jury des Wettbewerbs schreibt zum Beitrag der Planergruppe: "Landschaftsarchitektur schafft … Verbindendes. Seit 50 Jahren hofft Gladbeck auf die Schließung der Wunde, die mit der B 224 geschlagen wurde. Ergebnis eines Wettbewerbs waren aber nicht nur die Festlegung der Tunnelstrecke und die Erschließung des „Deckels“, sondern auch die Frage nach der Gestaltung der gewonnenen Freiräume und deren Vernetzung. Hier liefert Landschaftsarchitektur Antworten; bereits lange vor einer Planung vermitteln Bilder einen Eindruck von den entstehenden Qualitäten, geben eine Anschauung jenseits der nüchternen Funktionspläne. Gleichzeitig werden Standards für Ausgestaltung und Nutzungsverteilung gemeinsam entwickelt, vereinbart und dokumentiert – wichtiges Werkzeug und Messlatte für die Umsetzung in der Landschaftsarchitektur. Diese Projektstruktur ist beispielgebend für künftige Infrastrukturprojekte."

Der nrw.landschaftsarchitektur.preis prämiert bereits seit 2004 die besten Projekte und Planungen aus dem Bereich der Freiraumplanung. „Der Preis dokumentiert die Leistungsfähigkeit und Kreativität der Landschaftsarchitekt:innen im Land NRW und stellt diese dank der Zusammenarbeit mit Baukultur Nordrhein-Westfalen e.V. im Rahmen von Ausstellung und Printprodukt außenwirksam dar.“ (aus der Veröffentlichung zum nrw.landschaftsarchitektur.preis 2026, Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen, externer Link).

Neben der klassischen Objektplanung waren im Rahmen des Aufrufs auch explizit konzeptionelle, grünordnerische, landschaftsplanerische, städtebauliche, klimawirksame Projekte gefragt.